Im
Rahmen der Blogtour zu deinem neuen Buch "Alpengriller" ist
es jetzt soweit für das Interview.
Könntest
du dich bitte als erst mal kurz vorstellen?
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(offizielles Pressefoto) |
Ich
heiße Friedrich Kalpenstein, bin 45 Jahre alt und Autor. Ich wohne
in Bayern in der Nähe von Freising.
Als
erstes würde mich interessieren wie du auf die Figuren Herbert und
Hans gekommen bist?
Zuerst
ist Herbert entstanden. Im Buch „Ich bin Single, Kalimera“ gibt
es quasi nur ihn. Hans wird nur am Rande erwähnt und taucht im
ersten Herbert-Roman noch nicht auf.
Ich
suchte nach einem Charakter, der etwas schwierig ist und der sich
entwickeln kann. Herbert wurde im ersten Roman von den Lesern nur
bedingt gemocht. Er polarisierte schon stark.
Dies
war aber der Tatsache geschuldet, dass er als Single unzufrieden war.
Das lies er auch sein Umfeld spüren. Erst durch Anja konnte ich in
den weiteren Teilen Herbert entwickeln
und
zu dem machen, was er heute ist.
Hans
funktionierte ab dem zweiten Roman „Wie Champagner“ als
Gegenspieler. Herbert sieht anfangs zu Hans auf und bewundert ihn für
seine Art, durchs Leben zu gehen. Dennoch reiben sich
die
zwei ständig und ziehen sich gegenseitig auf. Sie sind aber immer
füreinander da. Herbert begegnet Hans Buch für Buch immer mehr auf
Augenhöhe. Eine schöne Möglichkeit für mich,
Herbert
weiter zu entwickeln.
Wie
kamst du auf den Titel „Alpengriller“?
Ich
habe es mir angewöhnt, den Titel einfach so passieren zu lassen.
Beim ersten Roman verbrachte ich viel Zeit damit, einen Titel zu
suchen, ohne auch nur eine Zeile geschrieben zu haben.
Wahrscheinlich
ein typischer Anfängerfehler. Ich glaube, der Roman war bereits zu
90% geschrieben als der Titel klar war. Bis zu diesem Zeitpunkt hieß
er einfach „Herbert No. 4“.
Es
geht im Buch an vielen Stellen (wie von den beiden gewohnt) heiß
her. Dann die Alpen, Hans grillt gerne, die Doppeldeutigkeit… Da
lag „Alpengriller“ einfach nahe.
Woher
nimmst du die Inspirationen für deine Geschichten?
Als
ich mit dem Schreiben begonnen hatte wurde mir schnell klar, dass die
Inspiration nicht in geschlossenen Räumen oder am Schreibtisch
stattfindet. Ich gehe dafür unter Leute oder in die Natur.
Joggen
hat sich bewährt. Ich entwickle gerne Charaktere beim Laufen,
verbinde sie miteinander. Dann spreche ich meine Gedanken in mein
Diktiergerät und arbeite das Gesammelte zuhause weiter aus.
Ich
stelle mir einfach immer wieder die Frage, was ich gerne lesen würde.
Der Rest kommt dann meist von ganz alleine.
Gibt
es Gemeinsamkeiten zwischen Herbert und dir?
Das
müssten wohl Menschen beurteilen, die mich kennen und meine Romane
lesen. (lacht) Natürlich schwingt immer ein Teil der eigenen
Persönlichkeit beim Schreiben eines Buches mit.
Zumindest
ist das bei mir so. Ich komme immer wieder an einen Punkt an dem ich
mich Frage: Wie würde ich in dieser oder jener Situation reagieren.
Das funktioniert natürlich nicht bei jedem Charakter.
Aber…,
beim Schreiben nimmt man sich selbst immer ein Stück weit mit.
Demnach kann man sicherlich zwischen den Zeilen ein paar
Kleinigkeiten erkennen. Doch das meiste ist reine Fiktion.
Mittlerweile
ist es nach vier Herbert-Romanen so, dass ich ihn sehr gut kenne. Das
geht wohl jedem Autor so, den eine Figur für längere Zeit
begleitet. Ich weiß einfach mittlerweile, wie ich ihn
aus
der Fassung bringen kann. (lacht)
Was
gefällt dir am meisten an Herbert und Hans?
Ihre
Dialoge. Wahrscheinlich der Grund dafür, dass meine Bücher mit
Dialogen nur so gespickt sind. Ihre Frotzeleien, dann aber wieder der
Zusammenhalt zwischen den beiden.
Hans,
der wohl nie erwachsen wird und Herbert, dem es am liebsten wäre,
wenn alle Menschen um ihn herum so leben würden, wie er es sich
vorstellt. Die beiden ergänzen sich einfach wunderbar und bilden zusammen
eine wunderbare Einheit.
Würdest
du dir auch gerne eine Auszeit nehmen so wie Herbert?
Um
Gottes Willen - bloß nicht! (lacht) Ich brauche meinen Rhythmus.
Jedesmal, wenn ich ein Buch beendet habe, nehme ich mir vor, einen
Monat nicht zu schreiben.
Nach
spätestens 5 Tagen arbeite ich schon wieder an einem neuen
Handlungsgerüst oder entwickle Figuren. Auch auf die Gefahr hin,
dass es sich komisch anhört, aber beim Schreiben kann ich am besten
entspannen.
Eingeölt
auf einer Liege in der Sonne - da werde ich unruhig…
Hattest
du auch mal die Idee nochmal von vorne zu beginnen und den Job zu
wechseln?
Nein.
Ich würde alles genau nochmal so tun, wie es sich ergeben hat. Jede
Tätigkeit in meinem Leben hat mir Spaß gemacht. Einzig
Werbegrafiker, das wollte ich anfangs werden und hätte mir bestimmt
auch gefallen.
Glücklicherweise kann ich heute durch das Schreiben meine
Kreativität auf eine andere Art und Weise ausleben.
Wäre
es selbst ein Traum von dir ein eigenes Cafe oder eine Pension zu
eröffnen?
Ach,
so ein kleines Café, das könnte ich mir schon vorstellen. Aber ein
Traum wäre es nicht. Da hätte ich ja keine Zeit zum Schreiben.
Dafür kämen aber jeden Tag die unterschiedlichsten Menschen zu mir
in mein kleines Café und
würden mir wahrscheinlich ordentlich Futter für die tollsten
Geschichten vorleben. Wenn ich die dann nicht aufschreiben kann…
Ich habe es mir gerade in diesem Moment überlegt. Ich möchte doch
kein Café!!!
Hast
du alle Schauplätze besucht, die Herbert in deinen Romanen besucht
hat?
Ausnahmslos.
Deshalb schreibt man ja. Wegen der Recherchereisen! (lacht) Spaß
beiseite. Aber es stimmt wirklich. Man kann sich zwar in unserer Zeit
als Autor wunderbar via Google Street View an alle Plätze
dieser Erde beamen, bekommt aber hierbei nicht den Flair eines Ortes,
die Gerüche, die Lautstärke, Wind, Wärme usw. transportiert. Es
macht schon Sinn, die Orte, die man beschreibt, besucht zu haben.
Das
soll aber nicht heißen, dass man für eine gute Geschichte weit
reisen muss. Auch vor der eigenen Haustür können sich die tollsten
Storys abspielen.
Wird
es noch weitere Geschichten rund um Herbert geben?
Natürlich
hängt das immer auch ein Stückweit an den Lesern. Bisher aber
zeichnet es sich glücklicherweise ab, dass wir noch einiges mit
Herbert, Anja und Hans erleben werden. Ich jedenfalls wünsche es
mir.
Wem,
wenn nicht den Dreien, sollte ich sonst meine Dialoge in den Mund
legen?
Vielen
Dank für das Interview!
Sehr
gerne. Es hat Spaß gemacht. Viel Spaß mit dem Alpengriller.
Übrigens: Wer keine Zeit findet, ihn selbst zu lesen…, Robert
Frank hat den Alpengriller wieder wunderbar vertont. Und sein
bayrisch ist göttlich!!!
Hier erfahrt ihr mehr über Friedrich Kalpenstein
Die Rezension zu dem vierten Teil findet ihr Hier "Alpengriller"
Hoffe Euch gefällt das Erste Interview auf unserem Blog :) War zuvor ganz schön aufgeregt da es meine erste Blogtour ist.
Morgen geht es dann auf dem Blog Weltentaucher weiter.
Larissa
Morgen geht es dann auf dem Blog Weltentaucher weiter.
Larissa
Hallo und guten Tag,
AntwortenLöschenDanke für das nett, geführte Interview.
Besonders interessant, dass der Autor alle seine, beschriebenen Örtlichkeiten des Romanes auch selber besucht hat.
LG..Karin...
Hallo Larissa,
AntwortenLöschendanke, dass ich jetzt meinen KOmmentar einstellen kann.
Ich finde die Blogtour klasse und das Interview ist ja wirklich spitzenmäßig. Man bekommt von Tag zu Tag mehr Lust auf Hans und Herbert.
Wünsche dir einen schönen Abend.
LG Sonja
Hallo Sonja,
Löschendas habe ich gerne gemacht.
Das freut mich sehr, dass dir die Blogtour und das Interview gefällt :)
LG Larissa